Der digitale Raum ist ein zentraler Ort gesellschaftlicher Teilhabe, politischer Meinungsbildung, sozialer Beziehungen und persönlicher Entfaltung. Für viele Menschen ist er kein Nebenraum mehr, sondern Teil ihres Alltags. Umso schwerer wiegt es, wenn genau dieser Raum für Bedrohung, Erniedrigung, Einschüchterung und sexualisierte Gewalt missbraucht wird.
Digitale Gewalt ist nicht bloß virtuell. Sie wirkt in das reale Leben hinein, verletzt Persönlichkeitsrechte, zerstört Sicherheitsgefühle, schränkt Freiheitsräume ein und drängt Betroffene aus der (digitalen) Öffentlichkeit. Damit wird digitale Gewalt zu einer Gefahr für demokratische Teilhabe und freie Meinungsäußerung.
Kinder und Jugendliche wachsen in einer sich immer stärker digitalisierenden Welt auf. Ihre Lebensrealität hat sich im Vergleich zu den vorherigen Generationen verändert. Für das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, sie auch in dieser digitalen Welt zu begleiten, sie zu stärken und vor allem ihre Interessen ernst zu nehmen.
Kinder beteiligen
Dafür ist es wesentlich, Kinder und Jugendliche in den Fragen der digitalen Lebenswelt zu beteiligen. Um ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen, ist es wichtig, die Erwachsenen im Umfeld der Kinder und Jugendlichen zu befähigen, diese zu begleiten und zu unterstützen.
Dazu gehört der selbstreflexive Medienkonsum von Erwachsenen und das Achten der Rechte von Kindern und Jugendlichen. Gefährdungen der Kinder gehen oft einher mit einer Zurschaustellung durch die Eltern – etwa durch eine Monetarisierung der eigenen Kinder oder des Familienlebens auf sozialen Medien. Dabei soll keine generell schadhafte Absicht unterstellt werden.
Auch Peer-Gewalt spielt in der digitalen Welt eine wesentliche Rolle und die Grenzen der Lebenswelten werden an dieser Stelle immer unsichtbarer. Zum Schutz und zur Unterstützung von Betroffenen muss das Thema digitale Gewalt im Rahmen des neuen Landesaktionsplans „NRW gemeinsam gegen Gewalt“ ressortübergreifend verankert werden.
